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Schloss Stolpe – Die Rückkehr eines historischen Ortes (2001–2024)

Als die Restaurierung begann, war Schloss Stolpe ein Haus am Rand seiner Kräfte. Feuchtigkeit, Schwammbefall und zerfallene Bauteile hatten seine Substanz schwer beschädigt. Doch mit der Aufnahme in das Programm „Dach und Fach“ im Jahr 2001 begann ein neues Kapitel – eines, in dem das Schloss Schritt für Schritt zu seiner alten Würde zurückfand.

 
2001: Die Rettung beginnt

Am Anfang stand das Überleben. Dach und Türme waren so geschwächt, dass Eile geboten war. Zimmerleute verstärkten Balken, tauschten schadhafte Hölzer aus und stabilisierten die Konstruktion. Auch wurde das Mauerwerk gegen den Hausschwamm behandelt.


Im Inneren entstanden neue Decken über Arkadengang und Saal, und die kunstvolle Stuckdecke wurde behutsam dokumentiert und gesichert – ein erster Schritt zurück in Richtung Geschichte.

 

2002: Das Schloss bekommt ein neues Dach

Mit der neuen Biberschwanz-Dacheindeckung gewann das Gebäude sein traditionelles Gesicht zurück. Historische Gauben und Dachbekrönungen kehrten an ihre Plätze zurück, und die Türme erhielten dringend benötigte Stabilisierung. Die Flachdächer wurden gedämmt und abgedichtet – ein Schutzschild gegen die Witterung.

 

2003-2004: Türme, Fassaden und ein erstes Aufatmen

Die oberen Turmgeschosse wurden ergänzt, die Dachstühle erneuert. Fenster und Türen der Nordfassade konnten restauriert oder liebevoll nachgebaut werden.


Zum ersten Mal nach vielen Jahren zeigte sich das Schloss wieder in einem Zustand, der Hoffnung machte: ein Gebäude, das trotz schwerer Wunden noch strahlen konnte.

 

2004-2005: Das Leben zieht zurück ein

Mit neuer Förderung aus EU-Programmen öffnete sich der Weg zum Innenausbau. Räume erhielten neue Böden, Decken und technische Anlagen. Türen und Fenster wurden restauriert, Wände neu verputzt.


Die historischen Stuckelemente im Saal und das Gewölbe des Arkadenganges wurden nach alten Vorbildern wiederhergestellt – ein erster Hauch des einstigen Prunks war wieder spürbar.

 

2009-2010: Licht, Luft und Sicherheit

Die Fenster der Süd- und Ostseite konnten erhalten und aufgearbeitet oder neu gefertigt werden. Gleichzeitig wurde das Schloss sicherer: eine moderne Brandmeldeanlage und eine Sprühnebelanlage im Nebentreppenhaus schützen seitdem Besucher wie Bauwerk.

 

2011: Die Fassaden erwachen

Risse, Fehlstellen und verwitterte Putzflächen machten die Fassaden zu einem Spiegel der Vergangenheit. Stein für Stein wurden sie ausgebessert und anschließend im Stil des frühen 20. Jahrhunderts mit Muschelkalk neu verputzt.
Mit der Fertigstellung der Süd-, Ost- und Nordseite begann das Schloss wieder wie ein einheitliches Ganzes zu wirken.

 

2012-2013: Neue Wege in alten Türmen

Die beiden Türme, lange unzugänglich, wurden mit neuen Treppen ausgestattet und für Besucher geöffnet. Von dort aus eröffnet sich heute ein weiter Blick über die Landschaft – ein Ausblick, den auch die ehemaligen Bewohner einst genossen.

 

2013-2014: Die Zimmer der Gräfin

Mit großer Sorgfalt wurden sowohl das Schlaf- als auch das Badezimmer der Gräfin restauriert. Originale wie die Schiebetüranlage, Stuckdecken und ein Wandspiegel konnten erhalten werden, fehlende Stücke wurden rekonstruiert.
Handgefertigte Tapeten und sorgfältig ausgewählte Möbel lassen die Atmosphäre der Jahrhundertwende wieder lebendig werden.


Im Dachraum entstand eine Ausstellungsebene – ein neuer Ort, die Geschichte des Dorfes, des Umlandes und der Region anschaulich zu präsentieren.

 

2020-2024: Historische Räume, neue Wege, neue Eleganz

Zwei Jahrzehnte nach Beginn der Restaurierung öffnete sich ein weiteres großes Kapitel der denkmalgerechten Sanierung des Schlosses und der Etablierung als Touristisches Informationszentrum. Ermöglicht wurde dies durch eine umfangreiche Förderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern.


Der Eingangsbereich und der Arkadengang erhielten ihre historische Gestalt zurück, und der kleine Nordturm wurde saniert, sodass er wieder betreten werden kann.


Die ehemaligen Gesellschaftsräume – Gelber Salon, Speisesaal, Roter und Grüner Salon – wurden mit rekonstruiertem Stuck, Holzverkleidungen und farbigen Wandgestaltungen zum Leben erweckt. Eine flexible Trennwand im Saal stellte die frühere Raumstruktur wieder her und ermöglicht vielfältige Nutzungen.


Die Kaminhalle wurde mithilfe alter Fotografien nahezu atmosphärisch rekonstruiert: mit restauriertem Parkett, rekonstruiertem Kamin, Supraporten und samtbezogenen Einbausofas. Auch das Gemälde der Jagdszene erstrahlt wieder. Die Bibliothek – heute Touristisches Informationszentrum – setzt den gediegenen Charakter des Hauses fort.


Im Obergeschoss wurden weitere Räume im Stil der Jahrhundertwende saniert. Ein neuer Anbau in Gestalt des historischen Mittelbaus, ausgestattet mit einem Aufzug, öffnet das Gebäude erstmals barrierefrei für alle Besucher und beherbergt zugleich funktionale Räume.


Den Abschluss bildete die Neugestaltung der Außenanlagen: Auffahrt, Brüstungsmauer, Terrasse, Freitreppe und ein Teil des historischen Parks wurden nach alten Vorbildern wieder aufgebaut. Heute empfängt das Schlossensemble seine Gäste wieder mit der Eleganz früherer Zeiten.
 

 

Kontakt

Schloss Stolpe

Am Schloss 9
17406 Stolpe auf Usedom

 

 

E-Mail:

Webseite: www.schloss-stolpe.de

Öffnungszeiten

Dienstag - Sonntag und an Feiertagen:

11.00 - 17.00 Uhr

 

Spendenkonto

Sparkasse Vorpommern

IBAN DE82 1505 0500 0333 0013 46

BIC NOLADE21GRW